Der Künstler

„Keine Märchen, bitte! Ich singe nur dann ein Lied, wenn es eine Geschichte erzählt, die nah am Leben ist. Ich glaube nicht an Heile Welt-Lyrik, so etwas will heutzutage niemand mehr hören.“ Andreas Fulterer erfüllt keineswegs Kuschel-Klischees, mit denen Schlagersänger bisweilen behaftet sind. Musik ist für den Südtiroler Sänger Herzensangelegenheit, entsprechend hoch sind die Ansprüche an das eigene Schaffen - auch oder gerade nach 20 Jahren im Geschäft. Dass diese Leidenschaft aufs Publikum überspringt, davor sorgt schon seine zweisprachige Herkunft, die italienische und deutsche Lebensart miteinander verbindet. „Italienisch ist meine Bauchsprache, da muss ich nicht so viel denken,“ gibt Andreas offen zu. „Mein Produktionsteam aber hat mir in den sieben Jahren, seitdem ich als Solokünstler arbeite, sehr geholfen, mich in die deutsche Sprache einzufühlen, jede Textzeile zu durchleben - von den Haarwurzeln bis zu den Zehenspitzen. Nur so kommen Gefühle glaubhaft rüber. Kurzum: Mann muss an das glauben, was man singt.“


Die Fans

Dass Andreas das tut, dokumentieren zahlreiche CDs, die im Laufe der Jahre erschienen sind. Noch wichtiger aber als jedes Tondokument ist für den charismatischen Frauenschwarm der direkte Kontakt zu den Fans - live auf der Bühne, flankiert von einer exzellenten Band und einem stimmgewaltigen Chor. Nur mit einer mitreißenden Live-Show findet man den Schlüssel zum Herzen des Publikums, davon ist Andreas zutiefst überzeugt. Dass er recht hat, beweisen unzählige Zuschriften: „Häufig bekomme ich sehr persönliche Briefe. Einige Damen haben mir beispielsweise geschrieben, wie sehr es sie belastet, dass sie keine Kinder bekommen können. So etwas in einem Lied anzusprechen ist mir ein Bedürfnis, gerade weil es eine besonders anspruchsvolle Aufgabe ist. Und weil ich Trost und Hoffnung spenden möchte.“


Die Musik

Leben, lieben, leiden. Andreas befasst sich in seinen gefühlsbetonten Liedern mit allen Facetten des Seins - und die Anhänger spüren: Andreas ist einer von ihnen, er durchlebt Höhen und Tiefen wie jeder andere auch. Schließlich ist der bodenständige Musiker seit 20 Jahren verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Da ist nicht immer alles eitel Sonnenschein, für das Feuer Liebe muss man kämpfen. Gleichwohl sind die persönlichsten Lieder eng mit seiner Familie verbunden. „Geh die Straßen“ zum Beispiel hat Andreas seinem Sohn Phillip (17) gewidmet. Der Titel handelt davon, seine Kinder dazu zu ermutigen, den eigenen Weg zu gehen, auch auf die Gefahr hin Fehler zu machen. Themen wie diese, so hat Andreas beobachtet, beeindrucken Männer, die zunächst nur ihrer Frauen wegen ins Konzert kommen. Und die dann begeistert sind, keinem weltfremden Herzschmerz-Abend beiwohnen zu müssen.


Die Einflüsse

„Eine Klasse für sich, das will sein!“ Selbstbewusst steckt sich Andreas seine Ziele. Der Konzertkünstler mit Ecken und Kanten lässt dennoch Einflüsse zu: die Performance-Qualitäten von Roland Kaiser, Howard Carpendale und Udo Jürgens fließen in seine Musik mit ein. Immerhin sind es die besten ihrer Zunft. Aber auch jene, die abseits der bekannten Trampelpfade musizieren, inspirieren ihn. „Erst kürzlich habe ich meine Pop-orientierten Kids für das Debütalbum von Annett Louisan begeistern können. So sollte deutschsprachige Musik von heute sein: glaubwürdig, authentisch, eigenständig. Das deckt sich exakt mit meinen Ambitionen, noch mehr Herzblut in neue Songs zu investieren.“


Das neue Album

Das Leben hat so viele Geschichten zu bieten. Man braucht nur einen, der sie aufschreibt oder erzählt. Andreas Fulterer ist so jemand. Die Fans lieben es an ihm, dass er auf schwülstige Schlagerklischees verzichtet und statt dessen den Blick auf die Wirklichkeit wirft, denn auch in der steckt eine Menge Poesie und außerdem vieles, was erzählt gehört. Mit Joachim Horn-Bernges hat Andreas Fulterer einen kongenialen Songschreiber gefunden. Die Kompositionen stammen größtenteils von André Franke. Ein Team, das seit Jahren hervorragend funktioniert. „Joachim habe ich nur deshalb auf meine Seite bekommen, weil er gespürt hat, dass ich Musik aus innerster Überzeugung heraus mache“, erzählt Andreas, „daher sind wir auch so gut aufeinander eingespielt. Ich erzähle ihm ein Erlebnis, das mich bewegt und er macht daraus einen tollen Song.“ Diese Vorgehensweise hört man den Liedern durchaus an. Jede Zeile klingt authentisch, und das meiste direkt aus dem Leben gegriffen.

„Im Zug nach Süden“ heißt nun das neue Fulterer-Album, das zweite bei Ariola / SONY BMG. Ein außergewöhnlicher Albumtitel ist das: „Im Zug nach Süden“. Meistens beschreiben die Namen von Schlageralben Gefühlszustände, sind allgemeine Phrasen oder geben etwas wieder, was den Charakter des Interpreten oder seiner Lieder widerspiegelt. Nicht so bei Andreas Fulterer. Er hat sich gegen solche statischen Formeln entschieden, seine Art sich auszudrücken ist dynamisch – so wie ein Zug.

Keiner der dreizehn Titel bleibt demnach auf der Stelle stehen, alle erzählen Geschichten. Der Titelsong „Im Zug nach Süden“ ist einer davon. In eben diesem Zug nach Süden begegnet Andreas Fulterer einer Frau, die ihn fasziniert – und fast dazu bringt mit ihr, einer Unbekannten, aufzubrechen und bis zu einem unbestimmten Ziel weiterzufahren. Ob er diesem Impuls folgt? Wenn ja, wäre die selbst gewählte Titelzeile „Hey (komm doch zurück)“ die richtige Antwort darauf. Schließlich endet nicht jeder Zug am vermuteten Ziel. Das ist bei den emotionalen Berg- und Talfahrten nicht anders, und manchmal ist es gerade darum so schön. „Ich kann es gar nicht glauben“ erzählt davon, wie eine erwartete Endstation plötzlich zum Zwischenhalt wird – die große Liebe kommt zurück, die Fahrt geht weiter. Da ergibt sich wieder „Eine Chance für uns“, die die beiden Liebenden genutzt haben. Darum hat an anderer Stelle auch ein Titel wie „Warum noch warten“ seine Berechtigung – fahren wir doch einfach wieder los! Und da jede Reise mit der richtigen Begleitung doppelt schön und in vielen Fällen wohl auch zu zweit erst wesentlich wird, ist das Lied für die Frau des Herzens natürlich unabdingbar – ob nun auf italienischen Gleisen („Sempre tu“) oder auf deutschen („Nur du“).

Haben Sie sich die Menschen in Zügen eigentlich schon einmal ganz genau angeschaut? Hinter jedem Gesicht steckt eine Geschichte. Es ist unglaublich spannend sie zu ergründen. Manchmal liest man in den Augen der Menschen etwas von ungeklärten Beziehungen („Einer von uns beiden“) und sieht glückliche Gefühle beim Gedanken an die Liebe („Du bist Magie“), genauso wie unglückliche („Du darfst nicht länger schweigen“) oder sentimentale („Canzone blue“). Oder man sieht im Gesicht einer Frau auch die Züge ihrer Kinder. Geschichten, in denen Mütter und Kinder eine Rolle spielen, liebt Andreas Fulterer besonders. Auf dem Album „Herr des Feuers“ erzählte er beispielsweise die Geschichte einer kinderlosen Frau, die sich nichts sehnlicher wünscht als ein Baby, dem sie insgeheim sogar schon einen Namen gegeben hat (Mario). Der absolute Lieblingstitel seiner weiblichen Fans auf dem Album! Weil man das Gefühl hat, dass hier einer die Geschichten des Alltags und der Menschen versteht! Und dass er sie dank seiner genialen Mitautoren so poetisch verarbeitet und erzählt, wie man es sich selbst niemals ausdrücken könnte.

Auf dem neuen Album nun kommt eine andere Geschichte zum Zug, die ebenfalls Gang und Gäbe ist in unserer heutigen Zeit: die Patchwork-Familie. Eine Frau lebt mit ihren Kindern allein, weil der Vater nicht mehr da ist. Doch sie verliebt sich neu und möchte ihren Kindern den neuen Mann an ihrer Seite vorstellen. Aber sie hat Angst vor der Reaktion. Und was sagen in diesem Moment die Kinder: „Wenn er uns nur lieb hat“, dann ist alles okay… Gute vier Minuten Gänsehaut sind es, die Andreas Fulterer da erzeugt. Und die kurz vor Ende der Reise „Im Zug nach Süden“ die wesentlichsten menschlichen Werte ins Blickfeld rückt – und die unbedingte Ehrlichkeit der Kinder. Eine Ehrlichkeit, die für uns alle erstrebenswert sein sollte – nicht nur zu anderen, sondern auch zu uns selbst! „Der Ring“ war Andreas Fulterers großer Hit im vergangenen Jahr. Er erzählt die Geschichte einer Frau, deren Gefühle fast eingefroren sind und die durch einen Seitensprung wieder die Chance hat Liebe und Lust zu erfahren. Wäre da nicht „Der Ring“, an den doch mal ein Versprechen gebunden war… Die tiefgründige Erfolgssingle erscheint „Im Zug nach Süden“ neu als Party-Dance-Mix, ein erfrischender Bonustrack mit Tanzflächen-Garantie! Denn wenn diese musikalischen Waggons voller Geschichten und Emotionen schon im Bahnhof ankommen, ist es doch gut, wenn man was hat, auf das man sich auch nach dem Aussteigen noch freuen kann.